In „Freiwärts – Aus dem Trauma in die Kraft“ begleitet die klinische Psychologin, Psychotherapeutin und Traumatherapeutin Regina Lackner Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, auf ihrem Weg zurück in ihre innere Stärke. In dieser Folge sprechen Regina Lackner und Stefan Lassnig über Flashbacks, also Erinnerungsblitze, die traumatische Erlebnisse so wachrufen, als würden sie gerade jetzt wieder passieren. Am Beispiel von Livia, die nach einer gewalttätigen Beziehung unter häufigen Flashbacks leidet, wird erklärt, welche Schutzfunktion diese Symptome haben und wie sehr sie den Alltag beeinträchtigen können. Regina stellt verschiedene Tools vor, mit denen Betroffene im Akutfall Abstand zum Flashback gewinnen, sich im Hier und Jetzt verankern und ihre Selbstwirksamkeit stärken können.
In „Freiwärts – Aus dem Trauma in die Kraft“ begleitet die klinische Psychologin, Psychotherapeutin und Traumatherapeutin Regina Lackner Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, auf ihrem Weg zurück in ihre innere Stärke. In dieser Folge definiert Regina Flashbacks als plötzlich auftretende Erinnerungen - auch rein körperliche oder emotionale Erinnerungen - an traumatische Erfahrungen, die so intensiv sind, dass Betroffene meinen, das Geschehene spiele sich im Moment erneut ab – inklusive starker emotionaler und körperlicher Reaktionen wie Angst, Panik und hoher Erregung. Am Beispiel von Livia, die in einer drei Jahre dauernden Beziehung psychische, körperliche und sexuelle Gewalt erlebte und sich unter großer Gefahr von ihrem Partner trennte, zeigt sie, wie Flashbacks auftreten und den Alltag massiv einschränken können. Flashbacks entstehen meist in Verbindung mit Triggern - häufig äußeren Reizen oder Situationen -, die unbewusst an das ursprüngliche Geschehen erinnern. Das Erkunden und Erkennen dieser Auslöser macht sie etwas kontrollierbarer. Regina beschreibt, dass Flashbacks zwei Funktionen haben: Sie warnen vor ähnlichen Gefahren und „drängen“ zugleich darauf, das Trauma zu bearbeiten, damit es integriert und hinter sich gelassen werden kann. Zugleich betont sie, wie belastend diese Symptome sind, Menschen häufig in Alarmbereitschaft halten, enorm viel Kraft kosten und zu Rückzug und Vermeidung führen können. Als Tools empfiehlt sie u.a. Orientierung im Außen, etwa über die Sinne (sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken) und Bewegung - zum Beispiel Schütteln, Hüpfen und Abklopfen des Körpers - oder einen Ortswechsel, um wieder in die Gegenwart und in den Körper zu gelangen. Weitere Möglichkeiten sind Atemübungen mit längerem Ausatmen, Zählen zur kognitiven Ablenkung sowie innere Bilder - etwa gedanklich eine symbolische Wand oder ein „Farbwasserfall“ zwischen sich und das Flashback-Bild zu "schieben" - oder das innere Umschreiben des Verlaufs des Flashbacks mit einem anderen, guten Ausgang. Kleine Notfallkits, die eine kleine Liste mit solchen Tools sowie Reiz-Objekten beinhalten, wie einem Noppenball, kantigem Stein, Schlüsselbund oder einem starkem Duftöl, sind oft sehr hilfreich. Regina macht deutlich, dass es kein Tool gibt, dass für alle gleichermaßen passt, und es sinnvoll ist, wenn Betroffene durch Ausprobieren ihre ganz eigene „Toolbox“ zusammenstellen, die es ihnen ermöglicht, sich den Flashbacks nicht mehr so stark ausgeliefert zu fühlen – auch wenn die tiefergehende Traumabearbeitung in einer Therapie stattfindet.